Woidke: In Postdam wurde 1945 Weltgeschichte geschrieben

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Zum 75. Jahrestag der Unterzeichnung des Potsdamer Abkommens am 1. August 1945 hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke eindringlich zur Verteidigung des Friedens und der europäischen Einheit als grundlegende Voraussetzungen für eine gute Zukunft des Kontinents gemahnt. Woidke erklärte anlässlich des Gedenktags:

„Vor 75 Jahren wurde im Schloss Cecilienhof Weltgeschichte geschrieben. Auf der Potsdamer Konferenz besiegelten die USA, Großbritannien und die Sowjetunion als Siegermächte des von Deutschland entbrannten Zweiten Weltkriegs die politische Neuordnung Deutschlands und Osteuropas. Das Potsdamer Abkommen war ein historischer Meilenstein, das erst 45 Jahre später mit dem nicht minder historischen Zwei-plus-Vier-Vertrag seine Vollendung erfuhr.

Denn im September 1990 regelte dieser Vertrag die völkerrechtliche Zustimmung der ehemaligen Besatzungsmächte zur deutschen Wiedervereinigung.  Erst mit diesem Abkommen wurde die Rolle des vereinigten Deutschlands in der Welt endgültig geklärt: als friedlicher, demokratischer, in die Europäische Union eingebundener und allseits anerkannter Staat.

All dies zeigt, welch lange Zeit der Heilung und Vertrauensbildung nötig ist, um Kriegsverheerungen zu überwinden. Die Lehren von Potsdam liegen auf der Hand: den Frieden immer und überall verteidigen, mit Dialog und Diplomatie Konfrontation vermeiden, die Europäische Union als Friedens- und Einheitsprojekt des Kontinents stabilisieren und ausbauen. Das sind wir den Opfern der grausamen Kriege des vergangenen Jahrhunderts auf immer schuldig.“

Hintergrund

Nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinen etwa 70 Millionen Toten, unzähligen Verwundeten und Vertriebenen hatten die Siegermächte in Potsdam die sogenannten fünf Ds - Demilitarisierung, Dezentralisierung, Demokratisierung, Demontage und Denazifizierung - als Grundsätze für den Wiederaufbau Deutschlands festgeschrieben. Jenseits dieser Grundsätze und vor allem auch beim Thema Demokratie – das wurde sehr schnell deutlich – betrieben die USA und Großbritanniens einerseits und die Sowjetunion andererseits eine sehr gegensätzliche Politik. Das führte trotz des Alliierten Kontrollrats und des Viermächte-Status für Berlin bald in die Ost-West-Konfrontation und 1949 in die deutsche Teilung, die schließlich 1961 durch die DDR und die Sowjetunion mit Mauer und Stacheldraht zementiert wurde.

 

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