Schöneiche: Solaranlage darf aufs Dach

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Der Schöneicher Altpfarrer Helmut Grätz erhält endlich die Genehmigung, auf seinem 300 Jahren alten Hof auf dem Dach seines denkmalgeschützten Stallgebäudes eine Solaranlage zu errichten. Wir berichteten.

Der rbb hatte im Sommer 2022 den Fall aufgegriffen: "Die Denkmalschutzbehörde untersagt Grätz den Bau der Solaranlage. Anträge laufen seit Jahren ins Leere. Der Grund: Das Solardach würde die Sicht auf das Gebäude zu stark verändern“, so die Begründung.

„Denkmalschutz und Klimaschutz sind von der Verfassung geschützt“, berichtet der Bundestagsabgeordnete Mathias Papendieck, der ebenfalls in Schöneiche lebt. „Bisher hat das Landesgesetz dem Schutz und dem Erhalten einen allzu pauschalen Vorrang eingeräumt“.

„Kulturgüter gilt es auf alle Fälle zu pflegen und zu erhalten. Jedoch darf die Einordnung als Kulturerbe nicht zu einer grundlosen bürokratischen Hürde werden. Im Angesicht von Klima- und Energiekrise musste hier ein Umdenken stattfinden. Und genau das ist geschehen“, so Papendieck.

Die Brandenburgische Landesregierung habe noch im Dezember die interne Verwaltungspraxis geändert, eine Änderung des Gesetzes solle in den nächsten Monaten durch den Landtag erfolgen.

„Entscheidend wird nun berücksichtigt, ob Umbauten wie Solarpanele die Substanz eines Gebäudes überhaupt nachhaltig beeinträchtigen“, so Papendieck. Ein Denkmal dürfe nicht an Zeugniswert verlieren, heiße die Prämisse. Sei dies nicht der Fall, dürften solche Anlagen künftig auch auf denkmalgeschützten Gebäuden erfolgen. Diese könnten ohne weitere Schäden wieder abgebaut werden.

„Mein Team und ich einen konnten kleinen Beitrag leisten, um diesen Kompromiss zu  erreichen“, erklärte Papendieck. „Der Beharrlichkeit von Helmut Grätz ist es zu verdanken, dass in der Verwaltung ein Umdenken stattgefunden hat. Das ist ein wichtiger Impulse für den politischen Prozess. Dranbleiben lohnt sich, kämpfen lohnt sich. Was lange in den Mühlen der Verwaltung hing, ist zu einem guten Ende gekommen.“

Nachtrag

Bis die erneuerbaren Energien soweit ausgebaut sind, dass wir tatsächlich unabhängig von anderen Energiequellen werden, ist es noch ein langer Weg. Kleine Erfolge wie diese zeugen von der Bereitschaft zu zukunftsorientiertem Denken. Das stimmt positiv!

Dennoch gilt, über die sog. Dunkelflaute reden. Was tun wir, wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind weht. Hierfür halte ich Biomassekraftwerke für essenziell. Biomassekraftwerke können Methan bis zu 48 Stunden speichern und damit genug Energie produzieren, wenn Wind und Sonne nicht verfügbar sind. Sie sind ein Energiespeicher, der ohne seltene Erden wie Lithium auskommt.

 

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