Corona: Von einem der auszog, seine Impfe abzuholen!

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Am Impfzentrum Luckenwalde

Im Voraus möchte ich mich für meine (leicht) skeptischen Gedanken bei denjenigen entschuldigen, die mich am Donnerstag, 26. März 2021 zwischen 12:35 und 13:15 Uhr betreuten, besonders bei der jungen Internistin, die mir schließlich den ersten AstraZeneca-Jab verpasste. Zuvor hatte ich ihr die pflichtgemäße ärztliche Aufklärung erlassen. Die Litanei musste sie nicht zum 150. mal runter rattern. Das darf der Impfwillige übrigens, ich habe genug gelesen (Nein, ich bin kein selbsternannter Corona Experte, will es auch nicht sein). Text und Fotos von Hajo Guhl

Betreuer, Sicherheitskräfte, Organisatoren, Mediziner des Impfzentrum Luckenwalde gingen mit den überwiegend älteren Impfwilligen um, als hätten sie einen Höflichkeitskurs in einem Fünfsterne-Hotel absolviert. Locker und mit Bravour (OK, ich war auch nicht pampig). Denn sie sind die letzten, die eine Schuld oder Mitverantwortung an dem Tempo der bundesdeutschen Impfkampagne tragen. Die Strukturen für den „Bummelzug“ sind verantwortlich in Potsdam, Berlin und schließlich Brüssel entwickelt und umgesetzt worden (Die Analyse bedeutet allerdings nicht, dass man es selbst besser machen würde).

Allen sollte inzwischen klar geworden sein: Ohne Hausärzte geht es nicht. Bleiben wir bei der geschätzten Zahl von bundesweit 50.000 Medizinerinnen und Medizinern mit eigener Praxis. Geben wir jedem 20 Dosen pro Woche. Das wären rein rechnerisch eine Million Impfungen, die alle sieben Tage den Bürgern verabreicht werden könnten. Hinzu kommen übrigens Betriebsärzte, Gynäkologen, Internisten, Kardiologen, Orthopäden, Haut- und Kinderärzte. Sie alle haben schon einmal geimpft und verfügen zumeist über die entsprechenden Räumlichkeiten.

Für den April Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass die Impfkampagne deutlich an Fahrt aufnimmt. "Wir erwarten für den Monat 15 Millionen Impfdosen", sagte der Ankündigungsexperte. Mehr als in den drei Monaten zuvor. Bis jetzt waren es rund zehn Millionen Impfungen, 1,4 Mio eine abschließende Zweite. "Am wichtigsten ist, dass kein Impfstoff länger als nötig unverimpft bleibt."

Die Impfzentren hatten und haben ihre Berechtigung. Doch jetzt muss die Impfkampagne in die Fläche und zum Bürger, der in der schweigenden Mehrheit auf seine Impfe wartet (Je nach Umfrage bis zu 70 Prozent).

Hoffen auf guten Ausgang

Eine Impfung ist übrigens kein Privileg, kein Freifahrtschein für den Einzelnen, sondern die Vorbereitung zum Schutz einer Gruppe – genannt Herdenimmunität. In diesem Sinne reihe ich mich gerne als „geimpftes Schaf“ in die Herde ein und hoffe damit auch jenen den Schutz vor Corona zu bieten, die die Erkrankung bis heute als leichte Erkältung betrachten oder für eine mexikanische Biermarke halten.

Die meisten von uns kennen inzwischen jemanden, den es erwischt hat. Mal war es in der Tat ein leichter Schnupfen, dann wieder ein harter Schlag mit lang anhaltenden Folgen. Die Krankenhäuser füllen sich - wieder. Auf alle Fälle heisst die Erkrankung Corona. Allen an dieser Stelle: Gute Besserung und schnelle – vollkommene – Genesung!

Gebannt starren wir auf die dritte Corona-Welle, die kurz vor Ostern 2021 auf uns zurauscht oder in der wir uns bereits befinden. Dabei sollte es dem einzelnen vollkommen gleichgültig sein, ob er in einem Modellversuch mit Öffnungs- oder Schließstrategien lebt oder nicht.

Bleiben wir einfach zu Hause. Gilt übrigens auch für die (Erst-)Geimpften.

 

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