Mehr als 700.000 Impfungen an einem Tag

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Nach dem Einstieg der Hausärzte hat sich die Zahl der Corona-Impfungen in Deutschland sprunghaft erhöht: Das RKI meldete nach Ostern erstmals mehr als 600.000 Impfungen innerhalb eines Tages. Am 8. April 2021 wurden in Deutschland 719.927 Impfdosen verabreicht, am Freitag noch einmal 547.726 Piekser Insgesamt haben jetzt 12.670.288 Personen (15,2 % der Gesamtbevölkerung) mindestens ihr erstes Vakzin erhalten, 4.910.308 Personen (5,9 %) vollständig geimpft. Brandenburg liegt mit 16,1% Erstgeimpften sogar etwas besser. (Im Bemühen um einen Ausblick, von Hajo Guhl)

Nach dem Einstieg der Hausärzte hat sich die Zahl der Corona-Impfungen in Deutschland sprunghaft erhöht, sogar verdoppelt. Das geht aus der täglichen Impfstatistik des Robert Koch-Instituts hervor. Der einzige Grund: In den meisten Bundesländern starteten die Impfungen in insgesamt 35.000 Hausarztpraxen. In der ersten Woche erhielten alle Praxen zusammen 940.000 Impfdosen. Das sind rein rechnerisch gut 26 Dosen pro Praxis. In der Woche vom 26. April gibt es einen deutlichen Schub - dann können die Praxen insgesamt mit mehr als drei Millionen Dosen rechnen.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach will deshalb einen Impf-Turbo bis Juli: 60 Millionen Erstimpfungen seien bis Juli möglich, sagt der Experte und Virologe. „Entscheidend ist, jetzt so vielen Menschen so schnell wie möglich die Erstimpfung zu geben“, sagt der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach, dem Berliner Tagesspiegel. Dazu müsse die Impfstrategie geändert und der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung auf zwölf Wochen deutlich ausgeweitet werden. Lauterbach erneuert damit eine Forderung, die er bereits Ende März erhoben hatte.

Machbar ist die Forderung wohl: Seit einigen Tagen werden täglich bis zu einem Prozent der Bürger geimpft.

In den USA hat inzwischen jeder vierte Amerikaner eine Impfung gegen das Corona-Virus erhalten. Die Kampagne in Kliniken, Arztpraxen, Apotheken und Supermärkten sowie Parkplätzen sollte allerdings nicht blenden. Ein rücksichtsloser Egomane namens Donald Trump hatte sich letztes Jahr um Corona- Erkrankte kaum geschert und mit Massenverstaltungen die Infektionszahlen mutwillig in die Höhe getrieben. Er hat allerdings Impfstoff in Mengen gekauft, getreu seinem Motto: America First.

Die Vereinigten Staaten unter Präsident Joe Biden kämpfen gerade gegen eine mögliche vierte Corona-Welle mit einer gefährlichen (britischen) Mutationen, die die Impferfolge zunichte machen kann. Für den Durchschnittsamerikaner ist übrigens Pfizer der Name des hauptsächlichen Impflieferanten. Biontech und die deutsche Herkunft des Serums wird unter den Tisch gekehrt.

Auch wir in Deutschland sind keine Insel, die vollkommen losgelöst auf das Ende der ersten Großen Pandemie in diesem 21. Jahrhundert mehr oder minder aktiv oder resignierend warten kann. Dass die Menschen in der Mehrheit offensichtlich robuster und realistische handeln und denken, als mancher zappeliger Politiker im Wahlkampf-Modus oder Dauer-Profilierung wahr haben möchte, wird immer wieder deutlich: Weit über 50 Prozent der Bürger leben seit über einem Jahr freiwillig und geduldig in Isolation (Lockdown) und halten sich an die Beschränkungen. Sie werden froh sein, wenn einheitliche Lockdown-Regeln per Bundesgesetz kommen.

Das bittere beim Ringen um die Beendigung der Pandemie (weltweit). Rund ein Viertel unserer Mitmenschen wird sich weder um Herdenimmunität oder Rücksicht auf Schwächerei nicht kümmern. So wie sie es immer getan haben: „Ach weißt Du, ich lasse mir sowieso nichts vorschreiben!“ Heisst es. Meist sind es diejenigen, die als erste nach Hilfe des Staates schreien…

Genug der Analyse und Begründungen. Was geschieht eigentlich nach dem Ende der Pandemie? Wenn die reichen Staaten dieser Erde den von ihrem Impfstoff abgeben, und Corona global bekämpft haben. Tanzen wir wie nach dem ersten Weltkrieg und bis zu 50 Millionen Grippetoten weltweit, auf den Tischen wie in den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts? Kehrt die Lebensgier nach einem verlorenen Weltkrieg II zurück? Oder eher als Melancholie und Trauer, wie einige vermuten.

Menschen passen sich an, ändern sich oder auch nicht...

 

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