9.11.: Ein Tag der es in sich hat!

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Der 9. November ist wohl für Deutschland der Schicksalstag, auch wenn der Begriff inzwischen strapaziert ist. Er wäre wohl der Nationalfeiertag, wenn die Weimarer Republik den Braunen Horden standgehalten hätten. Diese haben in ihrem 1000-jährigen Reich (1933-45) alles getan diesen Tag zu brandmarken. Bis zum heutigen Tag. Dabei wäre der 9. November mit den demokratischen Ereignissen wie der Gründung der Weimarer Republik und dem Tag des Mauerfalls Grund genug zu feiern und stolz zu sein auf die Geschichte des Landes. Wenn nicht...* Von Hajo Guhl

Erfolge in der Weimarer Republik

"Das Alte und Morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue, es lebe die Deutsche Republik!": So verkündete der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann am 9. November 1918 in Berlin die deutsche Republik. Zwei Tage später am 11. November unterzeichnete Matthias Erzberger, Abgeordneter der Zentrumspartei, den Waffenstillstand. Der Krieg war vorbei, aber die Dolchstoßlegende war geboren. Für die Kaiserlichen und Deutschnationalen war klar: Die Armee „verraten von Meuterern und feigen Politikern“.

Weniger als ein Jahr später war die erste deutsche Demokratie mit der Weimarer Verfassung von 1919 Realität. Sozialdemokraten beteiligten sich maßgeblich an der Ausarbeitung der Weimarer Reichsverfassung von 1919. Sie war eine Fortschreibung der Verfassung von 1848.

SPD übernimmt Verantwortung

Die SPD avancierte zur staatstragenden Partei und beteiligte sich bis zum Jahre 1925 wiederholt an Reichsregierungen. Von 1919 bis 1925 stellte sie mit Friedrich Ebert den ersten Reichspräsidenten. Zu den Leistungen der SPD gehören: die Einführung des Frauenwahlrechtes, die Schaffung einer Volksschule für Kinder, der Achtstundentag und die betriebliche Mitbestimmung.

Kein Stahlgewitter - sinnloses Blutvergießen

Der Erste Weltkrieg forderte zehn Millionen Tote, 20 Millionen Verletzte. Fast zwei Millionen deutsche Soldaten sind gefallen, mehr als vier Millionen verletzt und verstümmelt. Die Spanische Grippe forderte noch einmal so viele Opfer.

In den Straßen der jungen deutschen Republik herrscht Anfang der 20iger Jahre Bürgerkrieg. Chaos und Hunger bestimmen das Leben der Menschen, acht Millionen Soldaten müssen demobilisiert und wiedereingegliedert, die revolutionären Aufstände von Rechts und Links niedergeschlagen werden werden.

Schulden, die nicht zu stemmen waren

Im Jahre 1921 legt eine alliierte Kommission im Rahmen des Vertrags von Versailles Entschädigungsleistungen in Höhe von 132 Milliarden Goldmark (1 Goldmark = 12 Gramm 900 Gold, entspricht heute rund 750 Euro) fest. Zu zahlen innerhalb von 30 Jahren. Eine Inflation ungeheuren Ausmaßes vernichtet das Vermögen weiterer Teile des Deutschen Bürgertums. Die junge Republik wird u.a. daran zerbrechen. Die Weltwirtschaftskrise beschleunigt den Aufstieg der NSDAP. Die Sozialdemokraten sind die einzigen, die im Januar 1933 gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz stimmen.

Ende der Kolonialmächte eingeleitet

Die erste Demokratie auf deutschem Boden hielt nicht lange - schlug um in Hass und Nazi-Diktatur. Genau 20 Jahre später, am 9. November 1938, brannten in Deutschland während der Pogromnacht Synagogen und jüdische Geschäfte. Deutsche jüdischen Glaubens wurden von SA-Truppen in Zivil drangsaliert, getötet, verschleppt.

Dieser Krieg der europäischen Mächte leitete in der Folge den weltweiten Niedergang der Kolonialmächte Europas ein. Den Rest erledigten die Truppen Hitlers von 1939-45. Was wir nicht vergessen sollten: Waren um die Jahrtausendwende von 1900 noch rund 25 Prozent der Menschen Europäer, werden es im Jahre 2050 gerade einmal fünf Prozent sein. (Viele Bewohner auf dem Globus sind darüber nicht unglücklich. Die Redaktion)

Wieder der 9. November

Es ist ein Zufall der Geschichte, was am 9. November 1989 in der geteilten Stadt Berlin geschah. „Seines Wissens nach sofort unverzüglich“, meinte Günter Schabowksi als er mit diesen Worten auf einer Pressekonferenz unfreiwillig aufgab, was den Bestand der Deutschen Demokratischen Republik 28 Jahre lang gesichert hatte. Die Grenze öffnete sich, die Mauer fiel, ohne dass ein Schuss gefallen war. Der Weg zu Deutschlands Wiedervereinigung war frei.

Was geschah in diesen Tagen?

* Der Tag des Mauerfalls, der 9. November war eine zeit lang als Nationalfeiertag des vereinigten Deutschland im Gespräch. Aus Rücksicht auf das Gedenken an den 9. November 1938 wird im Einigungsvertrag 1990 (Art. 2 Abs. 2 EV) der 3. Oktober zum Tag der Deutschen Einheit bestimmt. Quelle: Wikipedia

 

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