Zeit statt Zone
Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) hatte vor wenigen Tagen eine radikale Reform der Tarife vorgeschlagen. Im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sollten die Fahrgäste künftig Zeitkarten kaufen anstelle der Tickets mit Zeitzonen. „Ich würde Zeitkarten bevorzugen – ob für eine Stunde, 90 Minuten oder einen Tag“, so Crumbach.
Im VBB-Gebiet sind täglich rund vier Millionen Fahrgäste unterwegs. Das Tarifsystem ist in Zonen eingeteilt, Berlin umfasst die Bereiche AB, und ein Gürtel um Berlin inklusive Potsdam, Königs Wusterhausen und Oranienburg die Zone C. Dazu kommen die städtischen und regionalen Verbindungen.
Verbraucher fordern Zeitticket
Die Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Ramona Pop, schlägt ein Preismodell vor, das sich allein an der „genutzten Zeit im ÖPNV“ auf Basis des Fahrplans orientiert. Es sollte nur noch fünf Ticket-Arten geben - für 15 Minuten, 30 Minuten, 60 Minuten, 120 Minuten und für 24 Stunden. Dieser Tarifansatz sei einheitlich nutzbar, intuitiv und leicht verständlich, heißt es in einem Positionspapier. „Wer in Deutschland Bus und Bahn nutzt, braucht ein Tarifsystem, das überall gleich funktioniert“ Vor allem sporadische Fahrgäste und Besucher stünden vor einem wahren Flickenteppich von Verbundgrenzen, Tarifzonen und Ticketangeboten.
Hintergrund
Das Deutschlandticket ist ein Anfang, um den Tarifdschungel im gesamten Bundesgebiet zu beenden. 14,5 Mio. Pendler und Vielfahrer besitzen ein Deutschlandticket. Das monatlich kündbare Abo kostet seit Jahresbeginn 63 Euro im Monat. Preissteigerungen sind (leider) angekündigt.